Der Terror nebenan

LONDON – In einem bekannten Hadith sagt der Prophet Mohammed: “Wenn Unruhen drohen, sucht Zuflucht im Jemen.” Der Prophet meinte den damals wohlhabenden und zivilisierten Jemen. Heute aber können Unruhen und Radikalisierung von dort auf Saudi-Arabien überschwappen und die Sicherheit des größten Ölproduzenten der Welt gefährden.

Der Hadith des Propheten erhielt in den 80ger Jahren des 20. Jahrhunderts eine neue Brisanz, als Saudi-Arabien – im Einklang mit der amerikanischen Politik – eigene Oppositionelle exportierte, um gegen die sowjetischen Ungläubigen in Afghanistan zu kämpfen, darunter auch Osama bin Laden, einen Jemeniten saudi-arabischer Herkunft. Obwohl die oppositionellen Kräfte größtenteils nach Afghanistan weitergeleitet wurden, blieben bin Ladens engste Vertraute (und auch seine Frau) im Jemen.

Nach der Vertreibung der Taliban aus Afghanistan ist der Jemen, wie auch Pakistan, für bin Laden und seine Gefolgsleute zu einem Zufluchtsort geworden. Es wimmelt dort heute geradezu von Dschihadisten, weil die schwachen staatlichen Institutionen im Jemen, wie in Pakistan, leicht manipulierbar sind.

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