Tim Brinton

Vogel-Strauß-Ökonomen

BERKELEY – Von all den seltsamen Dingen, die sich diesen Winter in den USA abspielten, war das seltsamste wohl der erbitterte Widerstand der Republikanischen Partei gegen die Bemühungen der Regierung Obama, den Anstieg  der Arbeitslosenrate auf 10 Prozent oder noch mehr zu verhindern. Hätte John McCain die Präsidentenwahlen im letzten November gewonnen, gäbe es zweifellos ein dem Obama-Paket sehr ähnliches Deficit-Spending-Konjunkturprogramm – vielleicht mit umfangreicheren Steuersenkungen und weniger hohen Staatsausgaben – und es hätte den Kongress mit einstimmiger Billigung der Republikaner passiert.

Wie N. Gregory Mankiw im Jahr 2003 als oberster Wirtschaftsberater von Präsident George W. Bush über Konjunkturpakete sagte, handelt es sich dabei um nicht allzu komplizierte Wissenschaft.  Deficit Spending während einer Rezession, so Mankiw, „hilft bei der Aufrechterhaltung der Nachfrage für Waren und Dienstleistungen. Das ist nichts Neues. Es handelt sich dabei um konventionelle, kurzfristige Stabilisierungspolitik, wie man sie in allen einschlägigen Lehrbüchern findet...“

Obwohl ich anderer Meinung bin, verstehe ich Gegner des Konjunkturpaketes, die eben glauben, dass die Situation nicht so düster ist und dass staatliche Ausgaben zu langsam wirken und Verschwendung seien (im Gegensatz zu zielgerichteten Steuersenkungen, die die Konjunktur wirksamer beleben würden) und dass es besser gewesen wäre, dem Paket Obamas die Zustimmung zu verweigern und es in ein paar Monaten erneut in Angriff zu nehmen.  

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