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Der Frühling der Zombies

NEW YORK – Der Frühling zieht in Amerika ein, und Optimisten sehen „grüne Sprösslinge“ der Erholung von der Finanzkrise und Rezession. Die Welt ist ganz anders als im letzten Frühling, als die Regierung Bush wieder einmal behauptete, das „Licht am Ende des Tunnels“ zu sehen. Die Metaphern und die Regierungen wurden ausgewechselt, der Optimismus, so scheint es, jedoch nicht.

Die gute Nachricht lautet, dass wir vielleicht am Ende des freien Falls angekommen sind. Die Geschwindigkeit des Wirtschaftsabschwungs hat sich verlangsamt. Die Talsohle könnte nah sein – vielleicht am Ende des Jahres. Doch bedeutet das nicht, dass die Weltwirtschaft in nächster Zeit eine stabile Erholung hinlegen wird. Die Talsohle zu erreichen, ist kein Grund dafür, die leistungsstarken Maßnahmen aufzugeben, die zur Wiederbelebung der Weltwirtschaft ergriffen wurden.

Dieser Abschwung ist komplex: eine Wirtschaftskrise kombiniert mit einer Finanzkrise. Bevor er einsetzte, waren Amerikas stark verschuldete Verbraucher der Motor des globalen Wachstums. Das Modell ist zusammengebrochen und wird nicht so bald ersetzt werden. Denn selbst wenn die amerikanischen Banken gesund wären, ist das Vermögen der Haushalte vernichtet worden, und Kreditaufnahme und Konsum der Amerikaner beruhten auf der Annahme, dass die Hauspreise für immer steigen würden.

Der Kollaps des Kreditwesens hat die Lage verschlimmert; und die mit hohen Kreditkosten und schrumpfenden Märkten konfrontierten Firmen haben schnell reagiert und ihre Bestände reduziert. Die Aufträge ließen schlagartig nach – völlig unverhältnismäßig zum Rückgang des BIP – und die Länder, die von Investitionsgütern und langlebigen Gebrauchsgütern (Ausgaben, die aufgeschoben werden konnten) abhängig waren, wurden besonders schwer getroffen.