Die schlimmste Krise seit 60 Jahren

Die aktuelle, durch das Platzen der Immobilienblase in den USA ausgelöste Finanzkrise markiert auch das Ende des Zeitalters der Kreditexpansion, die auf dem Dollar als internationale Reservewährung beruhte. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten.

Um die Geschehnisse zu verstehen, bedarf es eines neuen Paradigmas. Dieses ist in Form der Theorie der Reflexivität verfügbar, die ich erstmals vor 20 Jahren in meinem Buch Die Alchemie der Finanzen darlegte. Diese Theorie besagt, dass Finanzmärkte kein Gleichgewicht anstreben. Verzerrte Wahrnehmungen und falsche Vorstellungen unter den Marktteilnehmern führen zu Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit nicht nur der Marktpreise, sondern auch der Fundamentaldaten, die in diesen Preisen abgebildet sein sollten. Sich selbst überlassen, neigen Märkte zu Extremen von Euphorie bis Verzweiflung. 

Finanzmärkte sind allerdings aufgrund ihrer potenziellen Instabilität nicht sich selbst überlassen. Sie unterstehen vielmehr der Verantwortlichkeit von Behörden, deren Job es ist, die Exzesse in Grenzen zu halten. Aber auch bei diesen Behörden arbeiten Menschen, die verzerrten Wahrnehmungen und falschen Vorstellungen unterliegen. Und auch die Interaktion zwischen Finanzmärkten und Finanzbehörden ist reflexiv.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To access our archive, please log in or register now and read two articles from our archive every month for free. For unlimited access to our archive, as well as to the unrivaled analysis of PS On Point, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/3bfJcY3/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.