Jon Krause

Die Sicherheitsfalle

CHICAGO: Obwohl sich die Welt zunehmend integriert, stößt man immer wieder auf der Wort „Sicherheit“ – im Sinne von Versorgungssicherheit etwa von Lebensmitteln oder Energie. In der Regel geht es dabei darum, dass ein Land Produktionseinrichtungen errichtet und kontrolliert, koste es, was es wolle. Da pflanzen also arabische Länder in der Wüste wasserhungrigen Weizen, oder China erwirbt Anteile an Ölgesellschaften im Sudan. Sind diese Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll? Und wenn nicht, was sollte die Welt tun, um ihre Notwendigkeit zu verringern?

Lassen Sie uns mit dem Eigentum an ausländischen Ressourcen beginnen. Man könnte glauben, dass ein Land, das ausländisches Öl besitzt, die Verkaufsgewinne nützen könnte, um seine Wirtschaft gegen hohe weltweite Ölpreise abzusichern. Aber das ergibt wirtschaftlich keinen Sinn. Der Preis für Öl auf dem Weltmarkt schwankt entsprechend seinen Opportunitätskosten. Statt den Preis auf dem heimischen Ölmarkt zu subventionieren (und so den heimischen Herstellern und Verbrauchern Anreize zu bieten, zu viel Öl zu verbrauchen), wäre es deutlich sinnvoller, den Preis im Inland bis in Höhe des internationalen Preises steigen zu lassen und die Windfall-Gewinne aus ausländischen Ölanlagen an die Bevölkerung auszuschütten.

Der zentrale Punkt ist, dass grundlegende wirtschaftliche Entscheidungen nicht durch Eigentum an zusätzlichen ausländischen Ölanlagen beeinflusst werden sollten. Doch aufgrund des von kleinen, mächtigen Interessengruppen ausgeübten politischen Drucks wird ein solcher Geldsegen im eigenen Land unweigerlich für unkluge Subventionen ausgegeben. Infolgedessen trifft das Erwerberland womöglich bestenfalls suboptimale Wirtschaftsentscheidungen.

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