0

Der steinige Weg zur Erholung

NEW YORK – Es herrscht derzeit Konsens, dass Amerikas Rezession – die bereits ein Jahr alt ist – wahrscheinlich lang und tief wird und dass fast alle Länder davon betroffen sein werden. Ich habe die Vorstellung, dass das, was in Amerika passiert ist, vom Rest der Welt abgekoppelt wäre, immer für einen Mythos gehalten. Die Ereignisse belegen diese Einschätzung.

Glücklicherweise hat Amerika endlich einen Präsidenten der ein gewisses Verständnis von der Natur und Heftigkeit des Problems besitzt und sich zu einem kräftigen Konjunkturprogramm verpflichtet hat. Zusammen mit den konzertierten Maßnahmen anderer Regierungen bedeutet dies, dass der Abschwung weniger stark wird, als er es sonst wäre.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die durch eine Kombination aus exzessiver Liquidität und lascher Regulierung zur Entstehung der Probleme beigetragen hat, versucht dies wiedergutzumachen, indem sie die Wirtschaft mit Liquidität überschwemmt –  ein Zug, der bestenfalls Schlimmeres verhindert hat. Es überrascht nicht, dass diejenigen, die zur Entstehung der Probleme beigetragen haben und das Desaster nicht kommen sahen, bei ihrer Bewältigung keine meisterhaften Leistungen erbracht haben. Nun steht die Dynamik des Abschwungs fest, und die Lage wird sich verschlechtern, bevor es besser wird.

In gewisser Weise ähnelt die Fed einem betrunkenen Fahrer, der plötzlich bemerkt, dass er von der Straße abkommt, und anfängt, von einer Seite zur anderen zu schleudern. Die Antwort auf den Mangel an Liquidität ist mehr und mehr Liquidität. Wenn die Wirtschaft anfängt, sich zu erholen, und die Banken anfangen, Kredite zu vergeben, werden sie dann in der Lage sein, die Liquidität reibungslos aus dem System abzuzapfen? Steht Amerika eine Zeitspanne der Inflation bevor? Oder wird die Fed – was wahrscheinlicher ist – in einem nächsten Moment des Überschwangs überreagieren und den Aufschwung im Keim ersticken? Angesichts der bislang zur Schau gestellten unbeständigen Führung können wir nicht viel Vertrauen in das haben, was uns erwartet.