Die neue Ökonomie der Lehnstreue

PRINCETON – Seit der Finanzkrise des Jahres 2008 gelang es den meisten Industrieländern, einen Zusammenbruch wie jenen während der Großen Depression der 1930er Jahre zu vermeiden. Doch trotz umfangreicher haushalts- und geldpolitischer Konjunkturmaßnahmen lässt der dramatische Wirtschaftsaufschwung auf sich warten. Außerdem setzt sich der Vorkrisen-Trend steigender Einkommens- und Wohlstandsungleichheit fort (in offenkundigem Gegensatz zu der Zeit nach der Großen Depression, als die Ungleichheit abnahm). Und aus Umfragedaten geht hervor, dass die Zufriedenheit der Menschen und ihr Vertrauen in die Zukunft rapide schwinden.

Die Erklärung für diese Nachkrisen-Malaise – und deren Wahrnehmung durch die Menschen – liegt in der Kombination wirtschaftlicher Unsicherheit und dem Aufkommen radikal neuer Formen der sozialen Interaktion.  Langfristige Strukturverschiebungen verändern das Wesen der Arbeit und damit die Art unseres Denkens über den wirtschaftlichen Austausch in grundlegender Weise.

Im frühen 20. Jahrhundert war ein großer Teil der Bevölkerung auch in den Industrieländern noch in der Landwirtschaft beschäftigt. Dieser Anteil fiel dann dramatisch und später war die gleiche Entwicklung im Bereich der Industriebeschäftigung zu beobachten. Seit dem späten 20. Jahrhundert ist das höchste Beschäftigungswachstum im Dienstleistungsbereich zu verzeichnen, vor allem im Bereich persönlicher Dienstleistungen – ein Muster, das wie die Umkehr eines früheren historischen Trends erscheint.

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