Die Reichen sollen Wort halten

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist die Beseitigung der Armut in der Welt in greifbare Nähe gerückt. Eine absurde Behauptung? Vielleicht. Schließlich hat es den Anschein als ob es überall Armut gäbe und die Zahl der Armen aufgrund der weltweiten Rezession, des Bevölkerungswachstums und der Misswirtschaft von Argentinien bis Simbabwe anstiege. Und dennoch bleibe ich bei meiner Behauptung. Wenn die Länder der Welt - vor allem die USA und andere reiche Länder - einen kleinen Teil ihrer Militärausgaben dafür verwendeten, die grundlegendsten Bedürfnisse der Ärmsten zu befriedigen, könnte unsere Generation die Menschheit von der Geißel der Armut befreien.

Ich spreche nicht von relativer Armut, von der nahezu unvermeidlichen Tatsache, dass es einigen Mitgliedern der Gesellschaft schlechter geht als anderen, obwohl es auch hier von Gesellschaft zu Gesellschaft Unterschiede gibt. Ich spreche über die markerschütternde, lebensbedrohliche Armut, wenn man mit weniger als einem Dollar am Tag sein Auskommen finden muss. Zum ersten Mal überhaupt ist die Welt nun in der Lage diese fürchterlichen Verhältnisse zu beseitigen.

Wie kommt es dazu? Die reichsten Länder der Welt haben ihren wirtschaftlichen Aufstieg aufgrund des Fortschritts in Wissenschaft und Technik über Generationen fortgesetzt. Obwohl es so aussieht, als ob arme Länder immer weiter zurückfallen, gibt es in Wahrheit dennoch Anlass zu Hoffnung. Große Teile der so genannten Entwicklungsländer, vor allem in Asien, haben unglaubliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Armut zu verzeichnen.

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