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Die Rückkehr der Industriepolitik

CAMBRIDGE – Der britische Premierminister Gordon Brown propagiert sie als ein Hilfsmittel, um hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy spricht davon, mit ihrer Hilfe Industriearbeitsplätze in Frankreich aufrechtzuerhalten. Der Chefökonom der Weltbank, Justin Lin, unterstützt sie offen, um den Strukturwandel in Entwicklungsländern voranzutreiben. McKinsey berät Regierungen, wie man sie richtig einsetzt.

Die Industriepolitik ist wieder da.

Eigentlich ist sie nie aus der Mode gekommen. Ökonomen, die dem neoliberalen Washington Consensus zugetan sind, mögen sie vielleicht abgeschrieben haben, aber erfolgreiche Volkswirtschaften waren stets auf staatliche Maßnahmen angewiesen, die das Wachstum fördern, indem sie strukturelle Veränderungen beschleunigen.

China ist ein typisches Beispiel dafür. Seine phänomenale Leistung in der Herstellung beruht in weiten Teilen auf staatlichen Hilfen für neue Industriezweige. Staatseigene Unternehmen haben als Brutkästen für technische Fähigkeiten und Führungstalent gedient. Vorschriften über den Anteil der inländischen Wertschöpfung haben produktive Zuliefererindustrien für die Automobil- und die Elektrobranche hervorgebracht. Großzügige Exportanreize haben den Firmen geholfen, in umkämpfte globale Märkte vorzudringen.