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Der Fluch der Ressourcen

von George Soros

Viele Entwicklungsländer, die über eine Fülle an natürlichen Ressourcen verfügen, sind ärmer als Länder, denen es an Bodenschätzen mangelt. Der Grund dafür ist, dass natürliche Ressourcen einen so verlockend hohen Wert haben, dass es sich lohnt um sie zu kämpfen. Zahlreiche Länder, die über mineralische Bodenschätze oder gut verkäufliche landwirtschaftliche Erzeugnisse verfügen befinden sich im Würgegriff repressiver oder korrupter Regime oder sind durch Konflikte innerlich gespalten. Dieses Problem ist als Fluch der Ressourcen (,,Resource Curse`` ) bekannt geworden.

Es hat sich aber mittlerweile eine breite Bewegung etabliert, um etwas gegen diesen Fluch der Ressourcen zu unternehmen. Global Witness, eine kleine britische Nichtregierungsorganisation, leistete in dieser Hinsicht mit einer Kampagne gegen Holzexporte der Roten Khmer an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha Pionierarbeit. Damit wurde der illegale Handel mit Teak und anderen seltenen Hartholzsorten gestoppt. Die daraus resultierenden Einnahmenverluste spielten eine zentrale Rolle bei dem Niedergang dieser Völker mordenden Organisation.

Als nächstes widmete sich Global Witness den Diamanten in Angola. Eine Kampagne gegen die ,,Konfliktdiamanten`` führte zum Zertifizierungssystem des Kimberley-Prozesses. Im letzten Jahr lancierte Global Withness zusammen mit über 60 anderen Gruppen aus aller Welt die Kampagne ,,Publish What You Pay``, wonach Ressourcen fördernde Unternehmen zur Offenlegung ihrer Zahlungen an die Regierungen der Entwicklungsländer verpflichtet werden sollen. Dieser Vorschlag wurde von der britischen Regierung unterstützt und auch viele Öl- und Bergbauunternehmen reagierten positiv.