0

Die wirklichen Gefahren der Defizite

Die Defizite sind zurück - und zwar mit aller Macht. Das amerikanische Haushaltsdefizit beträgt momentan 455 Mrd. Dollar, also 4,1 % des BIP. Vor zwei Jahren rechnete man in den USA mit Haushaltsüberschüssen soweit das Auge reicht.

Obgleich mit marginal geringeren Defiziten belastet als die USA, stecken auch andere Länder tief in den roten Zahlen. Die Europäische Kommission rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg des französischen Haushaltsdefizits auf 3,7 % des BIP. Für Deutschland wird ein Wert von 3,4 % des BIP vorausgesagt. Beide Zahlen liegen weit über der im Wachstums- und Stabilitätspakt der Eurozone festgelegten Defizitobergrenze von 3 % des BIP.

Ein Haushaltsdefizit vergrößert die Staatsschulden und damit auch die zukünftigen Generationen auferlegte Zahlungslast. Politiker verbergen natürlich lieber, wie der Wohlstand zwischen den Generationen verschoben wird. Ihre oberste Priorität ist die Finanzierung unmittelbar anstehender Probleme und der für die Gegenwart versprochenen Sozialleistungen.

Finanzexperten, die die Höhe der Staatsschulden berechnen, versuchen Politiker davon abzuhalten, uns mit Leistungsversprechungen hereinzulegen, von deren zukünftigen Kosten sie keine Ahnung haben. Was uns aber diese Finanzexperten nicht mitteilen ist, wie wir beurteilen sollen, wann Defizite vertretbar sind und wann nicht.