chellaney130_KIYOSHI OTAPOOLAFP via Getty Images_quad meeting Kiyoshi Ota/Pool/AFP via Getty Images

Der Quad schärft sein Profil

NEW DELHI – Als Reaktion auf Chinas aggressive Außenpolitik kam es in diesem Jahr zu einer raschen Konsolidierung des Quad - einer informellen strategischen Koalition der vier führenden Demokratien des indo-pazifischen Raums. Im Gefolge eines Treffens der obersten außenpolitischen Vertreter, das kürzlich in Tokio stattgefunden hat, arbeiten Australien, Indien, Japan und die Vereinigten Staaten nun aktiv an der Schaffung einer neuen multilateralen Sicherheitsstruktur für die Region. Die Idee besteht nicht darin, eine asiatische Version der Nato zu gründen, sondern eine enge Sicherheitspartnerschaft zu entwickeln, die auf gemeinsamen Werten und Interessen wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit der Schifffahrt, Achtung der territorialen Integrität und Souveränität, friedliche Streitbeilegung, freie Märkte und freier Handel beruht.

China stellt für all diese Prinzipien eine wachsende Herausforderung dar. Zu einer Zeit, da die Welt mit einer aus China stammenden Pandemie kämpft, haben der Expansionismus und das skrupellose Verhalten dieses Landes der Weiterentwicklung des Quad in Richtung eines formellen Sicherheitsarrangement eine neue Dynamik verliehen. 

Freilich erstreckt sich der Fokus des Quad über China hinaus und das Ziel besteht darin, ein stabiles Machtgleichgewicht innerhalb eines „freien und offenen Indopazifiks” zu gewährleisten. Dieses Konzept wurde erstmals im Jahr 2016 durch den damaligen japanischen Premierminister Shinzo Abeformuliert und hat sich rasch zum Herzstück der amerikanischen Strategie in der Region entwickelt.

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