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Der Preis der Krisenprävention

BRÜSSEL – Zwei Jahre sind vergangen, seit die Finanzkrise ausbrach, und erst jetzt wird uns langsam klar, wie teuer sie wahrscheinlich werden wird. Andrew Haldane von der Bank of England schätzt, dass der gegenwärtige Wert der entsprechenden zukünftigen Produktionsverluste gut 100 % des Welt-BIP erreichen könnte.

Diese Schätzung mag erstaunlich hoch aussehen, doch ist sie relativ vorsichtig, da sie davon ausgeht, dass nur ein Viertel des ursprünglichen Schocks zu einer dauerhaft niedrigeren Produktion führen wird. Hört man auf die wahren Weltuntergangspropheten, die glauben, dass ein Großteil, wenn nicht sogar der gesamte Schock dauerhafte Auswirkungen auf die Produktion haben wird, könnte der Gesamtverlust zwei- oder dreimal so hoch ausfallen.

Das Welt-BIP eines Jahres beläuft sich auf 60 Billionen US-Dollar, das entspricht etwa fünf Jahrhunderten offizieller Entwicklungshilfe oder, um noch konkreter zu werden, 10 Milliarden Klassenzimmern in afrikanischen Dörfern. Natürlich sind dies keine direkten Kosten für die öffentlichen Haushalte (die Gesamtkosten der Bankenrettungspakete sind wesentlich geringer), doch kommt es vor allem auf die Kosten der verlorenen Produktion an, wenn man über eine Verringerung der Krisenhäufigkeit nachdenkt.

Angenommen, ohne adäquate vorbeugende Maßnahmen kommt es alle 50 Jahre zu einer Krise, die ein Jahr des Welt-BIP kostet (eine ungefähre, jedoch nicht übermäßige Annahme). In diesem Falle wäre eine Versicherung für die Bürger der Welt sinnvoll, solange der Versicherungsbeitrag unter 2 % des BIP bleibt (100 %:50).