Nach Ahmadinedschad

WASHINGTON, D.C. – Der bevorzugte Nachfolger des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad, Esfandiar Rahim Mashai, wird bei der Wahl am 14. Juni nicht kandidieren. Gleiches gilt für den ehemaligen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani. Die Nichtzulassung der beiden ist eine deutliche Botschaft des Obersten Rechtsgelehrten, Ayatollah Ali Hosseini Khamenei. Einfach ausgedrückt: Khamenei wird keine Minderung seiner Macht hinnehmen, und er ist entschlossen, jene Art von Reibungen zu vermeiden, die seine Beziehungen zu früheren Präsidenten geprägt haben, insbesondere zu Ahmadinedschad.

Die Nichtzulassung von Mashai und Rafsandschani zeigt einmal mehr das durch die zweigleisige Exekutive aus Oberstem Rechtsgelehrten und Präsidenten im Herzen der politischen Struktur Irans eingebettete Schisma. Als Khamenei 2009 Ahmadinedschads kontroverse Wiederwahl unterstützte, hätte niemand die beispiellosen Spannungen vorhersagen können, die in der Folge zwischen den beiden wichtigsten Autoritäten des Landes aufkommen sollten.

Doch die Unterstützung Ahmadinedschads erwies sich für Khamenei – und für die Islamische Republik – als teure Entscheidung. Statt sich wie erwartet an Khamenei anzulehnen, begann Ahmadinedschad, eine nationalistische, klerusfeindliche Agenda zu verfolgen. Er nutzte dabei faktisch Khameneis Ressourcen, um die Autorität des Obersten Rechtsgelehrten herauszufordern und sich sein eigenes wirtschaftliches Netzwerk und seine eigene Einflusssphäre zu schaffen.

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