0

Die Armut, über die Armut nachzudenken

Der Welt-Gipfel über Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg denkt, wie erwartet, über zahlreiche mutige Vorhaben nach, doch das Treffen selbst ist dazu verurteilt, sich in Sinnlosigkeiten zu ergehen. Denn, wenn man unter `Entwicklung ' menschliche Entwicklung im weitesten Sinne versteht, dann ist die einzige nachhaltige Entwicklung die, welche die Menschen befähigt, in Frieden und gegenseitiger Achtung ihrer menschlichen Grundrechte zusammenzuleben.

Es gibt nur in sehr geringem Umfang internationale Anstrengungen, um Verstöße gegen diese Rechte in vielen - wenn nicht in den meisten - Ländern der heutigen Welt auszuschließen. Das gilt besonders für solche Aktivitäten, deren Vertreter versuchen, den Erdgipfel zum Resonanzboden ihrer Kritik zu machen, in der sie den entwickelten Länder vorwerfen, bei der Beseitigung der Armut in der Welt und beim Umweltschutz versagt zu haben.

Doch wir sollten wenigstens die Tatsache begrüßen, dass nun die beiden Gegenstände - Armut und Umwelt - die beiden Hauptthemen des Erd-Gipfels sind. Das bedeutet einen Rückzug der Vorkämpfergruppen für Nachhaltige Entwicklung von ihren früher Themen, auf die sie sich sonst üblicherweise festgelegt hatten, nämlich auf Themen wie die angebliche Erschöpfung der Rohstoffe bei weiterem Wirtschaftswachstum, die rein technische Unmöglichkeit, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren oder die Artenvielfalt.

Die wilden Übertreibungen der Umweltaktivisten werden endlich von den meisten kundigen Kommentatoren durchschaut. Eines der wirtschaftlichen Grundgesetze behauptet, dass dann, wenn die Nachfrage nach einem Gut das Angebot zu überflügeln beginnt, sein Preis steigen wird. Lassen wir kurzfristige Spekulationen beiseite, so wird in diesem Fall die Nachfrage nachlassen und das Angebot (einschließlich des Angebots an Ersatzgütern) wird wachsen. Diese Gesetzmäßigkeit hat sichergestellt, dass keines der Untergangsszenarien der 1960er und 1970er Jahre - erinnern Sie sich noch an die Vorhersagen des "Clubs von Rom"? - eingetreten ist. Tatsächlich haben die Preise fast aller Mineralien auf lange Sicht einen Abwärtstrend erlebt. Der Welt kann niemals einer seiner Bodenschätze ganz ausgehen.