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Der Weg zur Neu-Regulierung der Finanzen

BRÜSSEL – Manch einer meint gegenwärtig, der Sturm der Finanzkrise ließe nach. Ich bin mir da nicht sicher. Die Zinsen für die Kreditgewährung der Banken untereinander sinken zwar langsam, sind aber immer noch wesentlich höher als sie sein sollten, die Aktienkurse sind weiterhin volatil und die globale Marktlage bleibt anfällig.

Noch beunruhigender sind die Auswirkungen auf die Realwirtschaft, die wir überall in Europa, in den Vereinigten Staaten und jetzt auch in weiterer Ferne beobachten. Das BIP schrumpft. Die Industrieproduktion sinkt mit nie da gewesener Geschwindigkeit.

Was jetzt? Die Antwort ist, dass wir das Vertrauen erneuern müssen. Das wird in den kommenden fünf Jahren für Europa, die Europäische Kommission, Führungsköpfe weltweit und die Branche der Finanzdienstleister die größte Herausforderung sein. Einfach wird es nicht.

Wir brauchen gesunde Finanzmärkte, ohne die wir uns nicht erholen können. Wir müssen für Transparenz und adäquates Risikomanagement sorgen: Maßnahmen die Bestandteil meines Vorschlages für Eigenkapitalanforderungen sind. Wir brauchen eine geeignete Aufsicht und adäquates Krisenmanagement. Aus diesem Grund unterbreite ich Vorschläge für ein frühzeitiges Eingreifen und sehe der Analyse der hochrangigen Expertengruppe unter dem Vorsitz von Jacques de Larosière entgegen, die unmittelbar zu erwarten ist.