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Warum mehr bezahlen?

PRINCETON – Als der polnische Außenminister Radosław Sikorski im vergangenen Monat zu Gesprächen die Ukraine besuchte, lachten ihn seine ukrainischen Gesprächspartner angeblich aus, weil er eine japanische Quarzuhr für lediglich 165 Dollar trug. Eine ukrainische Zeitung berichtete über die Vorlieben der ukrainischen Minister, von denen mehrere Uhren haben, die mehr als 30.000 Dollar kosten. Selbst ein kommunistisches Mitglied des ukrainischen Parlaments, der Rada, wurde mit einer Uhr gezeigt, die im Einzelhandel über 6.000 Dollar kostet.

Eigentlich hätte das Gelächter in die andere Richtung gehen müssen. Würden Sie nicht (und sei es im Stillen, um nicht unhöflich zu sein) über jemanden lachen, der über 200 Mal so viel bezahlt wie Sie und dafür ein minderwertiges Produkt bekommt?

Genau das haben die Ukrainer getan. Sie hätten sich eine präzise, leichte, wartungsfreie Quarzuhr kaufen können, die fünf Jahre läuft, praktisch perfekt die Zeit hält und dabei nie bewegt oder aufgezogen werden muss. Stattdessen bezahlten sie deutlich mehr für klobige Uhren, die jeden Monat ein paar Minuten nachgehen und stehen bleiben, wenn man vergisst, sie alle ein bis zwei Tage aufzuziehen (falls es sich um Automatik-Uhren handelt, bleiben sie stehen, wenn man sie nicht bewegt). Zudem haben Quarzuhren zusätzlich integrierte Alarm-, Stoppuhr- und Zeitnehmerfunktionen, die anderen Uhren entweder fehlen oder die lediglich ein das Design verunstaltendes, schlecht ablesbares Bemühen darstellen, mit der Konkurrenz Schritt zu halten.

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  1. roach111_westend61_getty images_shipping trade Westend61/Getty Images

    A Global Economy Without a Cushion

    Stephen S. Roach

    From 1990 to 2008, annual growth in world trade was fully 82% faster than world GDP growth. Now, however, reflecting the unusually sharp post-crisis slowdown in global trade growth, this cushion has shrunk dramatically, to just 13% over the 2010-19 period, leaving the world economy more vulnerable to all-too-frequent shocks.

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