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Bewegung im Nahen Osten

Große Reden werden allzu gerne als bloße Worte unterschätzt, aber tatsächlich können sie massive Folgewirkungen entfalten. Dies gilt ganz offensichtlich für Präsident Obamas Rede an die muslimische Welt in Kairo, denn – bloßer Zufall oder hervorragendes Timing? - seitdem ist der Nahe Osten in Bewegung geraten.

Zur Verdeutlichung sei hier ein kurzer spekulativer Rückblick erlaubt: Wie sähe heute wohl die Welt und der Nahe Osten aus, wenn George W. Bush diese Rede nach dem 11. September 2001 gehalten und sich nach dem Ende des Krieges in Afghanistan auf den Friedensprozess im Nahen Osten konzentriert hätte, anstatt den Krieg im Irak zu beginnen? Wohl sehr anders.

Seit Barack Obamas Kairoer Rede haben Wahlen im Libanon stattgefunden, bei der sich. überraschenderweise die prowestliche Parteienallianz klar gegen die Hisbollah und ihre Verbündeten durchgesetzt hat. Bemerkenswert auch, dass die unterlegene Seite ihre Niederlage akzeptiert sofort hat, und dass es Syrien offensichtlich Ernst ist, ein neues Verhältnis mit dem Libanon aufzubauen.

Im Iran hat ebenfalls eine „Wahl“ stattgefunden, deren offensichtliche Fälschung zugunsten des amtierenden Präsidenten zu einer demokratischen Massenerhebung geführt hat. Man wundert sich, dass die Regierung nicht sofort Transparenz schafft und die Fakten, über die nur sie verfügt, sofort und umfassen auf den Tisch legt. Denn wenn Ahmadineschad tatsächlich gewonnen hat, so gibt es nichts zu befürchten. Tatsächlich geschieht aber das genaue Gegenteil, und dafür gibt es nur eine Erklärung: Die Wahlen wurden gestohlen!