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Freier Handel im Zeitalter des Terrors

Die negative Meinung der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten war der Schlüsselfaktor für das Scheitern des Vorschlags, einem arabischen Unternehmen die Verwaltung von sechs US-Häfen zu übertragen. Doch hat die Zurückweisung von Dubai Ports World Amerikas Handelspartner und Globalisierungsbefürworter beunruhigt, die sie als Zeichen dafür ansehen, dass Amerikas Bekenntnis zu einer offenen Wirtschaft schwindet.

Laut jüngster Meinungsumfragen ist dem nicht so: Die Amerikaner bekennen sich so sehr zur Globalisierung wie eh und je. Doch nach den Terroranschlägen vom September 2001 muss das US-Bekenntnis zu einer offenen Wirtschaft neu definiert werden, damit es neben konventionelleren Gütern wie Autos und Fernsehern auch das allgemeine Interesse an „Gütern“ wie Sicherheit einschließt. Andernfalls verliert dieses Bekenntnis seine Bedeutung.

Die Verhinderung des Verkaufs der Häfen an Dubai oder Beschränkungen für den Gastarbeiterstrom aus Angst vor dem Terrorismus stellen keinen Protektionismus im üblichen Sinne des Begriffs dar, bei dem der öffentliche Nutzen durch private Interessen untergraben wird, z. B. wenn Landwirte höhere Preise verlangen, weil konkurrierende Importe beschränkt wurden.

Nationale Sicherheitsbedenken sind nicht töricht. Zwar hat eine Nation ein eindeutiges Interesse an den Vorteilen einer offenen Wirtschaft, doch hat sie auch ein vitales Interesse an der Sicherheit ihrer Bürger. Ein Gleichgewicht zwischen den beiden Zielen – die manchmal miteinander in Konflikt geraten können – zu erreichen, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Politik.