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Wie es zum Mord in Pakistan kam

Die Ermordung Benazir Bhuttos, der ersten Muslimin, die ein muselmanisches Land regierte, ist ein schwerer Schlag für Pakistans Aussichten auf Demokratie und sogar für seine Lebensfähigkeit als Staat. Während Chaos und Aufruhr ihren Lauf nehmen, sollten wir Präsident Pervez Musharrafs Anteil an diesen Geschehnissen nicht aus den Augen verlieren. Das Allermindeste ist, dass er nicht von dem Versäumnis seiner Regierung freigesprochen werden kann, Bhutto ausreichenden Sicherheitsschutz gegeben zu haben.

Stattdessen musste Bhutto mit ihrem Leben dafür bezahlen, mutig Extremisten jeder Couleur herauszufordern, von Al Kaida und den Taliban bis zu den religiösen Parteien und militärischen Hardlinern des Landes.

Als Erbin Zulfikar Ali Bhuttos, dem legendären demokratischen Führer, der 1979 von General Muhammad Zia-ul-Haqs Regierung gehängt wurde, trat Benazir in jungen Jahren als Symbol des Widerstands hervor – schmachtete in den 80er Jahren jedoch in Gefängnissen und im Exil. Z. A. Bhuttos Vermächtnis war es, den Armen Macht zu geben und die Rechte der einfachen Leute unter der feudalistischen Politik und der Militärherrschaft zu verteidigen. Anstatt sich vor der Militärjunta zu verneigen, nahm er den Galgen hin.

Stunden vor seiner Erhängung durfte Benazir ihren Vater das letzte Mal sehen und schrieb in ihre Autobiografie: „Ich schwor ihm in seiner Todeszelle, dass ich seine Arbeit fortsetzen würde.“ Sie hielt im Wesentlichen Wort.