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Die einzige Möglichkeit

TOKIO – Was sollten Zentralbanken unternehmen, wenn Politiker offenbar nicht in der Lage sind zu handeln? Bislang sind sie bereitwillig in die Bresche gesprungen und haben in dem Versuch, den Kurs krisengeschüttelter Volkswirtschaften zu beeinflussen neue und zunehmend unkonventionelle Wege beschritten. Aber wie können wir feststellen, wann Zentralbanken ihre Grenzen überschreiten? Wann wird aus Kühnheit Tollkühnheit?

Bei einem Konjunkturabschwung können Zentralbanken eine wichtige Funktion erfüllen. Zinssenkungen können die Kreditaufnahme ausweiten und somit die Ausgaben für Investitionen und Konsum mehren. Zentralbanken können ebenfalls eine wichtige Funktion übernehmen, wenn Finanzmärkte einfrieren. Durch das Angebot, großzügige Kredite gegen Sicherheiten zu vergeben „verflüssigen“ sie Aktiva und bewahren Banken davor, Darlehen oder Wertpapiere zu Spottpreisen zu veräußern. Ausgehend von einer derartigen Absicherung der Liquidität können Banken illiquide langfristige Kredite vergeben oder andere illiquide finanzielle Vermögenswerte halten.

Insofern als diese unkonventionelle Geldpolitik – einschließlich verschiedener Formen der quantitativen Lockerung sowie Ankündigungen, die Zinsen weiter auf niedrigem Niveau zu belassen – diesen Funktionen dient, mag sie gerechtfertigt sein.

So hat etwa die erste Runde der so genannten „quantitativen Lockerung“ (QE1), die die US-Notenbank auf dem Höhepunkt Krise eingeleitet hat, doppelte Wirkung gezeigt: Durch den Kauf hypothekarisch gesicherter Wertpapiere (Mortgage Backed Securities – MBS) hat die Fed die Zinsen in diesem wichtigen Markt gesenkt (vermutlich auch, indem sie ihr Vertrauen in diese Wertpapiere signalisiert hat) und den Immobilienmarkt wieder in Schwung gebracht. Ähnlich hat die Europäische Zentralbank mit ihrem Anleihekaufprogramm OMT (Outright Monetary Transaction) angeboten, am Sekundärmarkt Staatsanleihen von Peripherieländern der Eurozone zu kaufen – vorausgesetzt diese unterzeichnen vereinbarte Reformvorgaben.