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Die Inspektoren haben versagt

Am 5. Februar wird Colin Powell vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zum aktuellen amerikanischen Konflikt mit dem Irak sprechen. Sein Auftritt erfolgt eine Woche nachdem die beiden Chefinspektoren Hans Blix und Mohammed ElBaradei ihre Unfähigkeit das ihnen anvertraute Mandat zu erfüllen, unter Beweis gestellt haben. Der frühere Berater der irakischen Atomenergieorganisation und ehemalige Leiter des irakischen Atomwaffenprogramms Khidhir Hamza erklärt, wie und warum die UN-Inspektoren versagt haben.

Angesichts von Berichten über ihre mangelnde Kooperationsbereitschaft mit den beiden UNO-Chefinspektoren, sehen die Irakis die Inspektoren nicht länger als unabhängige Experten. Der frühere Chef der irakischen Militärindustrie und Saddam Husseins Berater Amir Rashid hat die Inspektoren offiziell als Spione bezeichnet.

Genau diese unerbittliche und feindselige Haltung des Irak führte 1998 zur Ausweisung der UNO-Waffeninspektoren und in weiterer Folge zur heutigen Konfrontation. In Anbetracht dieser Vorgeschichte und dessen, was seitdem im Irak passiert ist, enthalten die Berichte von Blix und ElBaradei einige Besorgnis erregende Überraschungen.

Die UNO-Resolution 1441 verlangt, dass der Irak seinen Abrüstungsverpflichtungen im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen sowie der dazugehörigen Produktionsstätten und Ausgangsmaterialien nachkommt. Darauf haben sich die Inspektoren bisher konzentriert. Die Resolution 1441 ermächtigt die Inspektoren aber auch, Informationen über Waffen und Produktionsstätten durch eingehende Befragung irakischer Experten innerhalb oder außerhalb des Landes, aber selbstverständlich ohne irakische Überwachung zusammenzutragen. Um sicherzustellen, dass diese Gespräche ohne Angst vor Repressalien durchgeführt werden können, wurden die Inspektoren laut Resolution auch autorisiert, ganze Familien außer Landes zu bringen.