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Der Informationsstaat

MOSKAU – Die neue amerikanische Regierung von Barack Obama plant, einen obersten Technologiebeauftragten zu ernennen und damit den meisten großen Unternehmen von heute zu folgen. Sollten andere Länder ebenfalls einen haben?

Anstatt die Vereinigten Staaten unterwürfig nachzuahmen, finde ich, die meisten Länder bräuchten einen obersten Informations beauftragten (OIB) – jemanden, der Informationen für ein Mittel zur Veränderung hält, nicht nur für ein Mittel zur Effizienzsteigerung. Der freie Fluss von Informationen schränkt die offizielle Macht ein und gibt Einzelpersonen die Macht, für sich selbst zu agieren. Er ist das Wesentliche am freien Markt und sollte auch das Wesentliche an einer freien Demokratie sein. Die Menschen sollten wissen, was ihre Behörden tun, was die Politik ihrer Regierung kostet, wer dafür bezahlt und wer davon profitiert.

Selbstverständlich könnte ein solcher staatlicher OIB nicht alles alleine erledigen. Doch sollte er oder sie dazu anregen, dass es passiert – überall dort, wo Informationen genutzt und versteckt werden.

Der oder die OIB hätte keine politische Entscheidungsbefugnis per se , aber er oder sie sollte einen hohen Posten in der Regierung innehaben – idealerweise mit geringer bürokratischer Belastung. Der oder die OIB hätte keinen Machtbereich und würde nicht mit anderen hohen Beamten um Macht oder „Revier“ streiten, stattdessen würde er oder sie den Präsidenten oder andere Personen einfach jedes Mal, wenn es angebracht ist, an die Bedeutung von Informationen erinnern.