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Die UNO ist unentbehrlich

Der Jubiläumsgipfel anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen im September offenbarte die Stärke und Bedeutung der UNO in den vielen Bereichen, wo die Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft erforderlich ist. Unglücklicherweise kamen bei diesem Gipfel auch die Schwächen und Grenzen der UNO zum Vorschein.

Die UNO wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um ein weiteres Desaster dieser Art zu vermeiden und sie hat ihr Mandat seither erheblich über die Friedenserhaltung hinaus erweitert, so wichtig diese Aufgabe auch ist. So wurden beispielsweise auf dem Millenniumsgipfel vor fünf Jahren die Millenniumsentwicklungsziele formuliert, mit denen die internationale Gemeinschaft ihrer Entschlossenheit Ausdruck verlieh, die Armut in allen ihren Ausprägungen zu reduzieren. Man setzte sich konkrete Ziele, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollen.

Angesichts der Vielfalt der zu berücksichtigenden Interessen ist es nie einfach, einen politischen Konsens in derart komplexen Fragen zu erreichen. Voraussetzungen für den Erfolg sind Diplomatie und Geduld. Auf dem jüngsten UNO-Gipfel hielt man auch weiterhin daran fest, eine Gemeinschaft von Nationen zu schaffen, die Verantwortung für das Wohlergehen aller übernimmt.

Durch die Versuche des amerikanischen UNO-Botschafters John Bolton, im letzten Augenblick noch hunderte Abänderungsvorschläge aufzunehmen, geriet das Abschlussdokument des Gipfels  – vielleicht absichtlich - weniger umfassend und aussagekräftig als man sich das erhofft hatte. Bolton wollte sogar sämtliche Hinweise auf die Millenniumsentwicklungsziele streichen.