Die bitteren Lehren aus 2009

NEW YORK – Das Beste, was über 2009 gesagt werden kann, ist: Es hätte schlimmer kommen können. Es gelang uns, von dem Abgrund zurückzuweichen, an dem wir uns Ende 2008 befanden und 2010 wird für die meisten Länder auf der Welt ziemlich sicher besser werden. Die Welt hat zwar ein paar wertvolle Lehren gezogen, aber zu einem hohen Preis hinsichtlich des gegenwärtigen und zukünftigen Wohlstands – ein unnötig hoher Preis, zumal diese Lektionen eigentlich schon in der Vergangenheit hätten gelernt werden können.

Die erste Lehre ist, dass Märkte nicht selbstkorrigierend sind. Vielmehr tendieren sie ohne angemessene Regulierung zum Exzess. Im Jahr 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oftmals unsichtbar bleibt: weil es sie nämlich nicht gibt. Das eigennützige Streben der Banker (Gier) führte nicht zum Wohl der Gemeinschaft, ja es war nicht  einmal für Aktionäre und Anleihebesitzer von Nutzen. Ganz sicher nichts davon hatten die Hausbesitzer, die ihr Heim verloren; Arbeitnehmer, die ihre Jobs einbüßten; Rentner, die zusehen mussten, wie sich ihre Altersvorsorge in Luft auflöste oder die Steuerzahler, die hunderte Milliarden Dollar zur Rettung der Banken zahlen mussten.

Angesichts des drohenden Zusammenbruchs des ganzen Systems wurde das Sicherheitsnetz –  das eigentlich für bedauernswerte Personen in Notlagen gedacht ist – generös auf Geschäftsbanken, dann auf Investmentbanken, Versicherungen, Autohersteller, ja sogar auf Autokreditfirmen erweitert. Noch nie wurde derart viel Geld von so vielen Menschen zu so wenigen umgeleitet.  

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