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Die Bedrohung der Zentralbankmarke

NEW YORK – Die “Markenbildung” des modernen Zentralbankwesens begann in den frühen 1980er Jahren in den Vereinigten Staaten unter dem damaligen Vorsitzenden der Federal Reserve, Paul Volcker. Volcker erklärte der besorgniserregend hohen und lähmenden Inflation den Krieg – und siegte. Durch diesen säkularen Inflationsabbau erreichte er mehr als die Änderung von Erwartungen und wirtschaftlichen Verhaltens. Er verbesserte auch entscheidend das Ansehen der Fed in der Öffentlichkeit, an den Finanzmärkten und in den Kreisen der Politik.

Volckers Sieg manifestierte sich in Gesetzen und Maßnahmen, die den Zentralbanken größere Autonomie und in manchen Fällen formale Unabhängigkeit von langjährigen politischen Beschränkungen gewährten. Für viele waren die Zentralbanken nun ein Symbol für Verlässlichkeit und verantwortungsvolle Macht. Einfach ausgedrückt, ihnen konnte vertraut werden, das Richtige zu tun, und sie taten es.

Wie jeder Unternehmensführer weiß, können Marken das Verhalten entscheidend beeinflussen. Im Grunde genommen ist eine Marke ein Versprechen, und mächtige Marken lösen ihr Versprechen immer wieder ein – sei es nun durch Qualität, Preis oder Erfahrung. In manchen Fällen handeln Konsumenten nur aufgrund ihrer Markentreue und kaufen ein Produkt, ohne viel darüber zu wissen.

Tatsächlich senden Marken Signale aus, die Aufgaben erleichtern. In einigen besonderen Fällen – wie bei Apple, Berkshire Hathaway, Facebook oder Google – waren sie auch ein bedeutender Katalysator für Verhaltensänderungen. Dabei treiben sie oft einen Keil zwischen Fundamentaldaten und Preisgestaltung.