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Zu groß, um sie zu kontrollieren

WASHINGTON, D.C. – In der Diskussion darüber, ob Amerikas größte Finanzinstitute zu groß geworden sind, zeichnet sich derzeit ein radikaler Meinungsumschwung ab. Vor zwei Jahren, während der Debatte über das Dodd-Frank-Gesetz zur Finanzreform, betrachtete kaum jemand die globalen Megabanken als dringendes Problem. Einige prominente Senatoren legten sogar nahe, dass die sehr großen europäischen Banken eine Art Vorbild für die USA darstellen.

Jedenfalls aber könne die Regierung – so die CEOs der größten Banken – unmöglich den Umfang der gehaltenen Vermögenswerte deckeln, weil dies die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft untergraben würde. Derartige Argumente sind auch heute noch zu vernehmen – aber zunehmend nur noch von jenen im Dienste der globalen Megabanken, einschließlich ihrer Anwälte, Berater und handzahmen Ökonomen.

Alle übrigen sind zu der Überzeugung gelangt, dass diese Finanzkolosse zu groß und komplex geworden sind, um sie zu kontrollieren – mit enormen negativen Folgen für die weitere Wirtschaft. Und jedes Mal, wenn ein CEO einer derartigen Bank zum Rücktritt gezwungen ist, häufen sich die Belege, dass man diese Unternehmen nicht mehr auf eine verantwortliche Weise, die den Aktionären nachhaltig nutzt und den Steuerzahlern nicht schadet, führen kann.

Der legendäre und im Finanzbereich überaus erfahrene Investor Wilbur Ross hat die Ansicht informierter Kreise innerhalb des privaten Sektors hübsch zum Ausdruck gebracht. Er sagte kürzlich gegenüber CNBC: