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Der Umbruch der globalen Innovationslandschaft

BERKELEY – Während Länder auf aller Welt bemüht sind, die Grundlagen für stärkeres nachhaltiges Wachstum in der Zukunft zu schaffen, wären sie gut beraten, sich auf eine Politik zu konzentrieren, die Innovationen fördert. Empirische Studien, die im Lauf der Zeit in verschiedenen Ländern durchgeführt worden sind, bestätigen, dass Innovation die wichtigste Quelle für technologischen Wandel und Produktivitätswachstum ist. Und Investitionen in Forschung und Entwicklung (Fampamp;E) und in die dafür notwendigen Wissenschaftler und Ingenieure sind entscheidende Triebfedern für Innovation und nationale Wettbewerbsfähigkeit.

Eine neue Studie des National Science Board, dem Steuerungsgremium der National Science Foundation in den Vereinigten Staaten, untersucht Trends bei solchen Investitionen, sowohl für einzelne Länder als auch ganze Regionen. Diese Trends lassen darauf schließen, dass sich die globale Innovationslandschaft in den letzten zehn Jahren wesentlich verändert hat.

Da mehrere asiatische Volkswirtschaften, insbesondere China und Südkorea, ihre Investitionen in Fampamp;E und in die Ausbildung von Wissenschaftlern und Ingenieuren erhöhen, um sich ihren Platz als wichtige Innovationsstandorte zu sichern, kann man davon ausgehen, dass sich diese Landschaft weiter verändern wird. Gleichzeitig könnten die USA, Europa und Japan aufgrund ihrer erdrückenden Schuldenlast gezwungen sein, ihre Investitionen in diese Bereiche zu verringern.

Mit geschätzten Ausgaben in Höhe von 400 Milliarden Dollar im Jahr 2009 bleiben die USA weltweit führend bei Investitionen in Fampamp;E – eine Gesamtsumme, die durch das Konjunkturpaket von Präsident Barack Obama erhöht worden ist und umfangreicher ist als die von China, Japan und Deutschland zusammen. Betrachtet man die Ausgaben für Fampamp;E in Relation zum BIP, rangierten die USA im Jahr 2009 allerdings nur an achter Stelle (mit 2,9% des BIP). Damit lag der Anteil der USA weiterhin über dem OECD-Durchschnitt, was aber im Wesentlichen auf nationale Unterschiede beim Anteil der Ausgaben für militärische Forschung und Entwicklung zurückzuführen ist.