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Der transatlantische Handel wird global

STANFORD – Zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wurden kürzlich Verhandlungen über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (THIP) aufgenommen, das möglicherweise größte regionale Freihandelsabkommen in der Geschichte. Im Erfolgsfall würde das Abkommen über 40% des weltweiten BIP umfassen und große Teile des Welthandels sowie der Auslandsdirektinvestitionen regeln. Die USA und die EU haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Verhandlungen bis Ende 2014 abzuschließen. Die meisten bisherigen Handelsabkommen benötigten für ihre Verabschiedung allerdings mehr Zeit.

Das Ausmaß des THIP ist gewaltig: Mit dem Beitritt von Kroatien Anfang Juli besteht die EU nun aus 28 Mitgliedsstaaten, und jeder von ihnen hat aufgrund von Wettbewerbsvorteilen, Geschichte und Inlandspolitik seine eigenen, besonderen Interessen an bestimmten Handelsförderungen und -einschränkungen.

Darüber hinaus ist der angestrebte Umfang der Vereinbarung enorm, was den Prozess weiter verkompliziert. Durch das THIP würden alle Handelszölle aufgehoben und sonstige Barrieren verringert, auch im landwirtschaftlichen Bereich. Weiterhin soll der Marktzugriff beim Handel mit Dienstleistungen erweitert, eine engere regulatorische Harmonisierung angestrebt, der Schutz der Urheberrechte verstärkt, die Subventionen staatseigener Betriebe eingeschränkt und viele andere Dinge erreicht werden. Dies alles ist eine Garantie für schwierige Gespräche, und tatsächlich hat Frankreich bereits eine „kulturelle Ausnahme“ für Film und Fernsehen gefordert und erhalten.

Die Erweiterung des Handels wird das Einkommen aller einbezogenen Länder erhöhen, zumindest im Durchschnitt. Ökonomen schätzen, der globale Freihandel, der durch viele erfolgreiche Runden multilateraler Gespräche ermöglicht wurde (darunter das jüngste Beispiel der Uruguay-Runde, die in die Einführung der Welthandelsorganisation mündete), habe das weltweite Einkommen deutlich gesteigert.