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Die globale Wirtschaft der Wünsche

In wie weit müssen sich Industrienationen über die Auslagerung von Produktionsstätten nach China oder der Softwareentwicklung nach Indien sorgen? Die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen an Niedriglohnländer findet populistischen Anklang, ein wichtiger Punkt bleibt dabei jedoch außen vor: Der Wohlstand von Entwicklungsländern hängt in erster Linie vom Unternehmertum ab.

Schließlich kann keine Wirtschaft den Lebensstandard durch Innovationen, die die Produktion existierender Güter effizienter gestalten ewig weiter erhöhen. Auf kurze Sicht senkt erhöhte Wirtschaftlichkeit die Kosten einer Ware oder Dienstleistung, also konsumieren die Menschen mehr davon. Letzten Endes lehnen es die Verbraucher auch bei weiter sinkenden Preisen jedoch ab, mehr zu kaufen. Danach erfordern weitere Effizienzsteigerungen die Streichung von Arbeitsplätzen.

Neue Kundenwünsche zu generieren und zu befriedigen hält das System in Gang, indem die Arbeits- und Kaufkraft aufgefangen werden, die durch die zunehmend effiziente Befriedigung alter Wünsche freigesetzt werden. Am anderen Ende dieses Prozesses setzen Produzenten, die alte Wünsche befriedigen, ihren Sparkurs fort, denn sie kämpfen mit Produzenten, die neue Wünsche befriedigen, um Angestellte und Verbraucher.

Ganz ähnlich verbessert die Verlagerung in Niedriglohnländer den Lebensstandard nur, wenn das freigesetzte Arbeitsvermögen genutzt werden kann, um neue Waren und Dienstleistungen herzustellen. Sonst verringert die Auslagerung lediglich die Nachfrage nach inländischen Arbeitskräften, genau wie andere Effizienzgewinne auch.