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Das Fukushima-Syndrom

BIRMINGHAM – Die dramatischen Ereignisse in Japan am Atomkraftwerk Fukushima nach dem Tsunami letztes Jahr werden allgemein als “Fukushima-Katastrophe” bezeichnet. Wenn wir die beträchtlichen falschen Ansichten über Atomenergie verstehen wollen, müssen wir uns nur diesen Begriff anschauen.

Der Tsunami, verursacht durch das stärkste japanische Erdbeben aller Zeiten, tötete über 16.000 Menschen, zerstörte oder beschädigte etwa 125.000 Gebäude und stürzte das Land in eine Krise, die sein Premierminister als die größte seit dem zweiten Weltkrieg bezeichnete. Trotzdem ist es Fukushima, dem gewohnheitsmäßig das Etikett “Katastrophe” verpasst wird.

Auch wenn die Ereignisse schockierend waren, könnten die Stunden und Tage, nachdem eine gigantische Welle über den Schutzwall des Kernkraftwerkes hineinbrach, genau so gut als bemerkenswerter Beweis für die soliden Grundlagen der Atomkraft angesehen werden. Sicher wird es viele Jahre dauern, um den Schaden für die Anwohner von Fukushima wieder in Ordnung zu bringen. Aber die Reaktionen in vielen Teilen der Welt – darunter in Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern, wo die Kernenergie schlagartig verdammt und aufgegeben wurde – zeigten wieder einmal die andauernde Unwissenheit über zwei grundlegende Themen.

Das erste Thema ist die Sicherheit, und das zweite die Strahlung. Wenn Atomkraft nicht mit Unwissenheit und Dogma, sondern auf der Basis ihrer grundlegenden Vorteile betrachtet werden soll, müssen wir uns für eine sehr viel umfassendere und kompetentere Diskussion über diese beiden Themen einsetzen.