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Die Franzosen raffen es nicht

CAMBRIDGE, MASS.: Die französische Regierung scheint die wahren Implikationen des Euro – der gemeinsamen Währung, die Frankreich mit 16 anderen Ländern der Europäischen Union teilt – einfach nicht zu begreifen.

Vertreter der französischen Regierung haben auf die Aussichten einer Bonitätsabwertung jetzt mit Anwürfen gegenüber Großbritannien regiert. Der Leiter der französischen Notenbank, Christian Noyer, argumentierte, dass die Rating-Agenturen doch erst einmal Großbritannien herabstufen sollten. Der Finanzminister, Francois Baroin, erklärte vor kurzem: „In wirtschaftlicher Hinsicht sollten Sie lieber Franzose als Brite sein.“ Und selbst der französische Ministerpräsident Francois Fillar merkte an, dass Großbritannien mehr Schulden und höhere Defizite aufweist als Frankreich.

Die französischen Regierungsvertreter verkennen anscheinend die Bedeutung der Tatsache, dass Großbritannien nicht zur Eurozone gehört und daher seine eigene Währung hat und dass deshalb keine Gefahr besteht, dass Großbritannien seine Schulden nicht bezahlen wird. Wenn Zinsen und Kapital der britischen Staatsschulden fällig werden, kann die britische Regierung immer zusätzliche Pfund Sterling drucken, um diese Verpflichtungen zu erfüllen. Die französische Regierung und die französische Notenbank dagegen können keine Euros schöpfen.

Wenn die Anleger nicht bereit sind, das französische Haushaltsdefizit zu finanzieren – d.h. wenn Frankreich keine Kredite bekommt, um das französische Defizit zu finanzieren –, gerät Frankreich zwangsläufig in Zahlungsverzug. Dies ist der Grund, warum der Markt französische Anleihen als riskanter einstuft und höhere Zinsen dafür verlangt, obwohl das französische Haushaltsdefizit bei 5,8% vom BIP liegt, während das britische Haushaltsdefizit 8,8% vom BIP beträgt.