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Die fehlerbehafteten Optionen in Darfur

Die seit langem angestrebte gemeinsame Friedenstruppe für Darfur, welche die vorhandene, 7000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union mit weiterem militärischen Personal in einer Stärke von bis zu 20.000 Mann sowie zivilen Polizeikräften unter UNO-Kommando kombinieren soll, wurde nun genehmigt. Doch es stehen noch immer eine Reihe von Hürden im Weg, die es für die gemeinsame Mission von AU und UNO sehr schwer machen werden, eine friedliche Lösung für den Darfur-Konflikt herbeizuführen.

Obwohl UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon den UNO-Sicherheitsrat drängte, die vorgeschlagene gemeinsame Truppe schnell zu genehmigen, herrscht unter den Regierungen seiner Mitglieder weiter Uneinigkeit über das Mandat. Ermutigt von der sudanesischen Regierung, blockieren China und Russland bisher eine von Großbritannien und Frankreich eingebrachte Resolution, die es der vorgesehenen gemischten Truppe gestatten würde, „alle erforderlichen Mittel einzusetzen“, um die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und andere Zivilisten zu schützen. Der Botschafter des Sudans bei den Vereinten Nationen hat einen Entwurf gefordert, dessen Sprache „Sudan-freundlicher“ sein müsse.

Darüber hinaus schätzen UNO-Analysten, dass die Mehrzahl der zusätzlichen Truppen nicht vor Beginn kommenden Jahres in Darfur eintreffen wird. Für den Zeitraum davor ist lediglich vorgesehen, der bestehenden AU-Truppe zusätzliche logistische Unterstützung durch nichtafrikanische Länder – wie etwa chinesische Techniker – zu bieten.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat dazu aufgerufen, diese beiden Phasen zusammenzuziehen, um schnellere Fortschritte zu machen. Es wäre allerdings eine Menge Geld nötig, um die zusätzlichen UNO-Blauhelme zu stationieren und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Laut Jean-Marie Guehenno, dem Leiter der Abteilung für Friedensmissionen der Vereinten Nationen, müsse eine gemischte Truppe aufgrund der „sehr schwierigen“ Situation in Darfur mit einem „robusten“ Mandat ausgestattet sein. Der britisch-französische Resolutionsentwurf sieht eine maximale Zahl von 19.555 Soldaten und 6400 Polizisten vor – bei geschätzten Kosten von mehr als zwei Milliarden Dollar während des ersten Jahres.