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Der Finanzhurrikan bricht über Lateinamerika herein

LOS ANGELES – Vor ein paar Wochen stand die Welt am Rande einer Katastrophe. Zum Glück verhinderten die entschlossenen Maßnahmen der Währungsbehörden in den Industrieländern – unter anderem die Bereitstellung von liquiden Mitteln in beispielloser Höhe – eine komplette Kernschmelze der Finanzmärkte. Die Welt ist der „Argentinisierung“ des internationalen Finanzsystems entgangen.

Was nicht verhindert wurde, ist eine tiefe, globale Rezession, die lang anhalten wird. In den kommenden Monaten wird nahezu jede Region der Welt eine Konjunkturverlangsamung erleben, bei der die Exporte abnehmen und die Arbeitslosigkeit steigt.

Die jüngsten Ereignisse haben die Vorstellung widerlegt, die aufstrebenden Nationen hätten sich von den fortgeschrittenen Wirtschaftsnationen „abgekoppelt“. Die Fakten zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist. Die meisten aufstrebenden Wirtschaftsnationen sind immer noch zerbrechlich und von dem beeinflusst, was in den Industrieländern geschieht. Die Auswirkungen dieser Rezession werden in Lateinamerika besonders schwerwiegend sein.

Brasilien und Mexiko wurden bislang am härtesten getroffen, so stark, dass der Wert ihrer Firmen um ungefähr 50 % gesunken ist. Die Lage in diesen Ländern ist so ernst, dass die Vereinigten Staaten ihnen vor ein paar Tagen einen Kredit von bis zu $ 60 Milliarden gewährten.