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Mehr Führung für mehr Europa

MAILAND – Die Debatte über die Verbesserung der wirtschaftspolitischen Steuerung innerhalb der Eurozone wirft neues Licht auf die Schwächen des Systems. Bereits als 1992 der

Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde, war offensichtlich, dass eine Währungsunion ohne einen ähnlichen Zusammenschluss der Haushaltssysteme langfristig nicht funktionieren würde. Während des ersten Jahrzehnts der Währungsunion wurde diese grundlegende Schwäche unter den Teppich gekehrt.

Heute bietet die Eurozone – mit einer zentralisierten Geldpolitik unter der Leitung der Europäischen Zentralbank und gleichzeitig 27 nationalen Haushalten – in wirtschaftlicher Hinsicht ein trauriges Bild. Bereits früh haben Staaten wie Frankreich und Deutschland den Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union, der zwischen den Mitgliedern Haushaltsdisziplin und Koordination garantieren sollte, nicht mehr ernst genommen.

Angesichts dessen, dass vielen Mitgliedsstaaten nach der Einführung des Euro der innereuropäische Handel anstieg und die Inflation zurückging, wurden die Haushaltsvorgaben einfach ignoriert. Der Euro wurde schnell zur weltweit zweitwichtigsten Währung und erwies sich als Abschirmung gegen externe finanzielle Turbulenzen. Der Optimismus stieg und die Vernunft blieb auf der Strecke – was sich in voreiligen Mitgliedschaften von Ländern wie Griechenland äußerte, und darin, dass die institutionelle Integration nicht mehr mit der Vergrößerung der EU Schritt halten konnte.