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Die Haltung der Eurozone zu Zahlungsausfällen

WASHINGTON, D.C.: Kasachstan mag weit von der Eurozone entfernt liegen, doch seine jüngsten wirtschaftlichen Erfahrungen sind für die aktuellen Schwierigkeiten des Euro hochgradig relevant. Während die Eurozone mit Schuldenkrisen und Sparmaßnahmen in ihren schwächeren Mitgliedsstaaten ringt, erlebt Kasachstan nach dem massiven Zusammenbruch seines Bankensystems gerade eine deutliche wirtschaftliche Erholung.

Während des größten Teils des vergangenen Jahrzehnts gab sich Kasachstan, ganz ähnlich wie ein Großteil Südeuropas, dank der Gefälligkeit globaler Banken einer hemmungslosen Kreditaufnahme hin. Die Auslandsschulden der kasachischen Banken beliefen sich auf etwa 50% vom BIP, wobei viele dieser Gelder für Bauprojekte genutzt wurden. Als das Geld hereinströmte, stiegen die Löhne, die Immobilienpreise erreichten nahezu Pariser Niveau, und die Menschen gaben sich der Illusion hin, dass Kasachstan Asiens jüngster Tigerstaat geworden sei.

Die Party ging 2009 mit lautem Krach zu Ende, als zwei globale Investmentbanken mit spitzen Ellenbogen in der Hoffnung, so ihr Geld zurückzubekommen, Kredite vorzeitig fällig stellten. Die kasachische Regierung, die bis dahin ihren überforderten privaten Banken mit Mühe und Not durch Kapitalspritzen und Verstaatlichungen beigestanden hatte, gab auf und entschied sich, die Reißleine zu ziehen. Die Banken gerieten mit ihren Kreditverpflichtungen in Verzug, und ihre Gläubiger mussten umfangreiche „Haircuts“ (Abschläge auf den Kreditwert) hinnehmen.

Aber, und jetzt wird es interessant: Nachdem seine Schulden abgeschrieben sind, ist das Bankensystem nun rekapitalisiert und in der Lage, das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Trotz unschöner Zahlungsunfähigkeit hat dieser Neubeginn eine bemerkenswerte Erholung hervorgebracht.