Die Fehler des Kriegs gegen den Terror

Der israelische Misserfolg beim Versuch, die Hisbollah zu bezwingen, zeigt die vielen Schwächen des Konzepts vom Krieg gegen den Terror. Eine dieser Schwächen ist, dass sogar bei zielgerichteten Angriffen auf Terroristen vielfach unschuldige Zivilisten die Opfer sind, durch deren Leiden sich wiederum das Kampfmotiv der Terroristen verstärkt.

Als Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah, war es gerechtfertigt, dass Israel die Hisbollah zerstören und sich gegen die Raketen an seinen Grenzen schützen wollte. Dennoch hätte Israel mit größerer Sorgfalt vorgehen sollen, um die Kollateralschäden zu minimieren. Die zivilen Opfer und der im Libanon angerichtete materielle Schaden brachten die Muslime und die Weltöffentlichkeit gegen Israel auf und die Hisbollah-Kämpfer wandelten sich von Aggressoren zu Helden des Widerstandes. Durch die Schwächung des Libanon wird es auch schwieriger, die Hisbollah in Schranken zu halten.

Ein weiteres Manko des Kriegs gegen den Terror ist, dass er sich auf eine rein militärische Vorgehensweise stützt und politische Ansätze außer Acht lässt. Anstatt mit der libanesischen Regierung und der palästinensischen Behörde politische Übereinkünfte zu schließen, zog sich Israel aus dem Libanon und später aus Gaza unilateral zurück. Die Stärkung der Hisbollah und der Hamas war eine direkte Folge dieses Ansatzes. Im Konzept des Kriegs gegen den Terror wird diese Tatsache nicht berücksichtigt, denn darin geht es um einen Kampf „wir gegen sie“ und dem Faktum, dass unser Handeln deren Verhalten bestimmen könnte, wird nicht Rechnung getragen.

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