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Ist der Peronismus am Ende?

Jorge Luis Borges, Argentiniens bedeutendster Schriftsteller, sagte einmal: ,,Peronisten sind weder gut noch böse, sie sind nur fast unverbesserlich." Bei der Vorbereitung Argentiniens auf die Präsidentschaftswahlen am 27. April liefert die Fraktion der Peronisten durch ihr Verhalten den endgültigen Beweis für diese Charakterisierung.

Die peronistische Partei hat sich nämlich nicht um einen einzigen Kandidaten geschart. Da die peronistische Politik durch Pragmatismus und Opportunismus bestimmt wird und nicht durch Prinzipien, hielten sich führende Peronisten für berechtigt, ihrem eigenen Ehrgeiz zu folgen, zumal es so aussieht, dass sich ihr traditioneller Gegner, die Radikale Partei, bloß 2-3 % der Stimmen sichern kann.

Um den Posten bewerben sich drei peronistische Kandidaten - zwei ehemalige Präsidenten, Carlos Menem und Adolfo Rodríguez Saá, und der Gouverneur der abgelegenen südlichen Provinz Santa Cruz, Néstor Kirchner. Keinem wird erlaubt den Namen oder die Symbole der peronistischen Partei zu benutzen. Doch jeder behauptet, der rechtmäßige Erbe Juan Peróns zu sein.

Was für eine kunterbunte Erbschaft wird da beansprucht! Nicht einmal Argentinien hat die Geschichte verdient, die der Peronismus hinterlassen hat.