Die Wirtschaft und die Präsidentschaft

CAMBRIDGE – Bis zur Präsidentenwahl in den USA sind es nur noch sechs Monate. Wenn es so abläuft wie in der Vergangenheit, wird das Ergebnis signifikant von der wirtschaftlichen Entwicklung bis zum 6. November abhängen, und davon, wie die Amerikaner unter den beiden Kandidaten jeweils ihre wirtschaftliche Zukunft sehen.

Momentan schleicht die US-Wirtschaft bei langsamem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit vor sich hin. Die Produktion ist im letzten Jahr nur um 1,5% gewachsen, und das reale BIP pro Kopf ist heute niedriger als Ende 2007 vor dem Konjunkturrückgang. Zwar betrug das jährliche Wachstum des BIP im vierten Quartal 2011 3%, aber über die Hälfte davon war auf Inventaraufstockung zurückzuführen. Die Endverkäufe an Haushalte, Unternehmen und ausländische Käufer stiegen aufs Jahr gerechnet mit nur 1,1% sogar langsamer als Anfang des Jahres. Und die vorläufige Schätzung für das jährliche BIP-Wachstum im ersten Quartal 2012 betrug enttäuschende 2,2%, bei einer Steigerung der Endverkäufe von nur 1,6%.

Der Arbeitsmarkt war ähnlich enttäuschend. Die Arbeitslosenquote vom März lag mit 8,2% fast drei Prozentpunkte über dem Wert, den die meisten Wirtschaftswissenschaftler als langfristig erwünscht und nachhaltig bezeichnen. Vor einem Jahr lag die Quote zwar noch bei 9%, aber etwa die Hälfte der Differenz spiegelte statt eine Zunahme von Arbeitsplätzen oder der Beschäftigungsrate die erhöhte Anzahl von Menschen wider, die die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben.

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