je868c.jpg Jennifer Kohnke

Gehen die Schwellenmärkte unter?

CAMBRIDGE, MASS. – Nun, da sich in vielen wichtigen Ländern mittleren Einkommens das Wirtschaftswachstum deutlich verlangsamt und die Vermögenspreise auf breiter Front fallen, stellt sich die Frage: Erleben wir jetzt die unweigerliche „Echokrise“ in den Schwellenmärkten? Nach Jahren solider – und manchmal starker – Zuwächse bei der Produktionsleistung seit der Finanzkrise 2008 decken die vereinten Auswirkungen der Entschleunigung beim langfristigen Wachstum in China und des potenziellen Endes der ultralockeren Geldpolitik in den hochentwickelten Ländern nun deutliche Schwächen auf.

Dass relativ moderate Erschütterungen in den Schwellenmärkten ein derart profundes Trauma ausgelöst haben, wirft die Frage auf, was für Probleme eine drastischere Verschiebung auslösen würde. Haben die Schwellenländer die Fähigkeit, zu reagieren, und was für politische Strategien würde eine neue Runde der Kreditvergaben durch den Internationalen Währungsfonds bringen? Hat die Krise in der Eurozone den IWF endlich zu der Erkenntnis gebracht, dass öffentliche und private Schuldenüberhänge wichtige Wachstumshemmnisse sind und dass er viel mehr Gewicht auf Schuldenerlasse und Restrukturierungen legen sollte, als er das in der Vergangenheit getan hat?

Der Markt war zuletzt besonders brutal gegenüber Ländern, die erhebliche fortlaufende Leistungsbilanzdefizite finanzieren müssen – wie Brasilien, Indien, Südafrika und Indonesien. Glücklicherweise bietet eine Kombination aus flexiblen Wechselkursen, hohen Devisenreserven, einer besseren Geldpolitik und einer Abkehr von der Schuldenaufnahme in ausländischer Währung ein gewisses Maß an Schutz.

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