0

Die Flitterwochen sind für die EZB vorbei

Für die Europäische Zentralbank sind die Flitterwochen vorbei. Weil die europäischen Zinssätze nicht länger im eindeutigen Widerspruch zu den grundlegenden Wirtschaftsdaten der Eurozone stehen, ist die Geldpolitik komplexer geworden.

Zugleich hat Frankreich seinem neuen Präsidenten Nicolas Sarkozy – fraglos dem Respekt einflößendsten Widersacher, mit dem es die EZB in ihrer kurzen Geschichte zu tun hatte – ein klares Mandat erteilt. Sarkozy wartet nur darauf, sich auf die Bank zu stürzen, falls diese im gegenwärtigen, strategisch schwierigeren Umfeld einen Fehler macht.

Angesichts der seit Ende 2005 um 200 Basispunkte gestiegenen Zinsen und eines Euro, der einen neuen absoluten Höchststand anpeilt, will Sarkozy, dass die EZB sofort mit Zinserhöhungen Schluss macht. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und der EZB-Rat sind ganz anderer Ansicht.

Auf der EZB-Pressekonferenz Anfang Juli signalisierte Trichet, dass es mindestens eine weitere Erhöhung geben würde – entweder im September oder im Oktober. Und von einigen Ratsmitgliedern weiß man, dass sie bis zum Jahresende zwei weitere Erhöhungen befürworten.