Der gescheiterte Drogenkrieg

Wenn wir Glück haben, werden unsere Enkel von dem globalen Krieg gegen Drogen des späten 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts einmal sagen, es sei ein bizarrer Wahn gewesen, dem auch wirklich nur die vergangenen Generationen unterliegen konnten.

Das globale Drogenproblem ist heute wesentlich ernster, als es noch vor einem Jahrhundert war. Nicht, dass der Drogengebrauch signifikant zugenommen hätte - schon damals wurden enorme Mengen an Alkohol, Opium und anderen Drogen konsumiert. Das eigentliche Problem besteht darin, dass die Maßnahmen zur Drogenbekämpfung mehr Schaden anrichten, als dass sie Gutes tun, wahrscheinlich verursachen sie insgesamt mehr Schaden, als der Drogenmissbrauch selbst.

Genau wie die Alkohol-Prohibition in den USA während der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hat die globale Drogen-Prohibition den Drogenmissbrauch keineswegs verringert, gleichzeitig aber Verbrechen, Gewalt, Korruption und Krankheit in einem unvorstellbaren Ausmaß genährt. 1998 betrug der Gesamtwert des illegalen Drogenhandels UN-Schätzungen zufolge $ 400 Mrd. bzw. 7% des Welthandels. Kritikern zufolge ist die Summe nur halb so hoch - doch auch die Hälfte wäre noch eine beeindruckende Größe.

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