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Die Krankheiten der Globalisierung

Die Globalisierung steht unter Druck wie nie zuvor. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind allseits spürbar. Große Teile Afrikas südlich der Sahara, Südamerika, der Nahe Osten und Zentralasien sind von Stagnation und wirtschaftlichem Abschwung betroffen. In Nordamerika, Westeuropa und Japan verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum und es droht eine neue Rezession. Im Irak steht möglicherweise ein Krieg bevor.

Diese Entwicklungen stellen für die Verfechter offener Märkte und des Freihandels eine enorme Herausforderung dar. Warum ist die Globalisierung derart gefährdet? Warum sind ihre Vorteile nicht überall auf der Welt zu spüren? Kann eine ausgeglichenere Globalisierungsbilanz erreicht werden?

Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Offene Märkte sind für das Wirtschaftswachstum unerlässlich, aber für sich alleine nicht ausreichend. Manche Regionen haben von der Globalisierung ungeheuer profitiert - in den letzten Jahren vor allem Ostasien und China. Anderen Regionen, wie beispielsweise afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist es jedoch miserabel ergangen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten behauptet, dass die meisten Probleme der armen Länder hausgemacht sind. Das langsame Wirtschaftswachstum in Afrika sei die Folge unzulänglicher Staatsverwaltung, meinen zumindest führende Politiker in Amerika. Das wirkliche Leben ist allerdings komplizierter, als die Bush-Administration glaubt.