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Der digitale Kampf gegen die Armut

NEW YORK – Die digitale Kluft beginnt, sich zu schließen. Der Fluss an digitalen Informationen – über Mobiltelefone, SMS und das Internet – erreicht nun die Massen auf der ganzen Welt, sogar in den ärmsten Ländern, und bringt eine Revolution in der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft mit sich.

Extreme Armut ist fast synonym mit extremer Isolation, insbesondere ländlicher Isolation. Aber Mobiltelefone und drahtloser Internetzugang beenden die Isolation und werden sich daher als die Technologien mit der größten Transformationswirkung der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Zeit erweisen.

Die digitale Kluft wird nicht durch eine plötzliche Anwandlung staatlicher Verantwortung beendet, sondern vor allem durch die Kräfte des Markts. Die Mobilfunktechnologie ist so leistungsstark und kostet so wenig pro übertragene Dateneinheit, dass es möglich war, den Armen Zugang zu Mobiltelefonen zu verkaufen. Es gibt derzeit über 3,3 Milliarden Handykunden auf der Welt, ungefähr jeder zweite Mensch auf dem Planeten.

Darüber hinaus steigt die Marktdurchdringung in armen Ländern rasant an. Indien hat über 300 Millionen Vertragskunden, wobei jeden Monat erstaunliche acht Millionen Vertragsabschlüsse dazukommen. Brasilien hat zurzeit über 130 Millionen Vertragskunden und Indonesien ca. 120 Millionen. In Afrika, wo sich die ärmsten Länder der Welt befinden, steigt der Absatz, bei über 280 Millionen Vertragskunden.