Die Wiederkehr des Abwertungswahns

,,Der Dollar ist unsere Währung und euer Problem". So witzelte der damalige amerikanische Finanzminister John Connolly, bevor Präsident Nixon vor dreißig Jahren das Abkommen von Bretton Woods einseitig aufkündigte. Diese Unverblümtheit Connollys war Ausdruck der Fähigkeit - und Bestrebung - Amerikas, seine Wirtschaftsprobleme durch eine Abwertung des Dollars zu exportieren und die Gegner dieser Strategie zum Sündenbock zu stempeln. Präsident George W. Bush scheint geradezu versessen darauf zu sein, diese üble Politik Nixons zu wiederholen.

Ebenso wie das Team Nixon/Connolly reagiert die Bush-Administration auf die massiven amerikanischen Haushalts- und Handelsdefizite indem sie den Wert des Dollars sinken lässt - und zwar weit - während man auf der anderen Seite versucht, die Aufmerksamkeit von der eigenen Verantwortung abzulenken und mit dem Finger auf China zeigt, das an der Arbeitslosigkeit und dem Deflationsdruck in den USA schuld sein soll. Diese Strategie wird sich heute genauso wie damals als unwirksam erweisen, denn Nixon gelang damit nichts weiter, als eine neue Ära der Stagnation einzuläuten.

Bushs Politik ist zum Scheitern verurteilt, weil die wirtschaftlichen Probleme Amerikas, ebenso wie diejenigen in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, hausgemacht sind. Sie sind nicht importiert und können auch nicht einfach durch eine Veränderung des Dollarkurses gelöst werden.

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