Der Tod des Globalisierungskonsenses

CAMBRIDGE, MASS.: Die Weltwirtschaft hat bereits einmal einen Globalisierungszusammenbruch erlebt. Die Ära des Goldstandards – mit ihrem freien Kapitalverkehr und offenem Handel – kam 1914 zu einem abrupten Ende und konnte nach dem Ersten Weltkrieg nicht wiederbelebt werden. Werden wir in Kürze einen ähnlichen Zusammenbruch der Weltwirtschaft erleben?

Dies ist keine weit hergeholte Frage. Obwohl die wirtschaftliche Globalisierung den fortschrittlichen Ländern ein nie da gewesenes Maß an Wohlstand beschert hat und für hunderte von Millionen armer Arbeiter in China und im übrigen Asien ein Segen war, steht sie auf unsicheren Füßen. Anders als nationale Märkte, die tendenziell durch aufsichtsrechtliche und politische Institutionen im Inland gestützt werden, sind die globalen Märkte nur schwach „verankert“. Es gibt kein globales Kartellamt, keinen globalen Kreditgeber letzter Instanz, keine globale Aufsichtsbehörde, keine globalen Sicherheitsnetze und, natürlich, keine globale Demokratie. Mit anderen Worten: Globale Märkte leiden unter schwacher Governance und damit schwacher öffentlicher Legitimität.

Die jüngsten Ereignisse haben die Dringlichkeit verstärkt, mit der diese Fragen diskutiert werden. Der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten haben ein Schlaglicht darauf geworfen, wie instabil die Unterstützung für den offenen Handel im mächtigsten Land der Erde ist. Die Subprime-Krise auf dem Hypothekenmarkt hat gezeigt, wie der Mangel an internationaler Koordination und Regulierung die den Finanzmärkten innewohnende Fragilität verschärfen können. Der Anstieg der Lebensmittelpreise hat die Nachteile einer wirtschaftlichen Interdependenz ohne globale Transfer- und Kompensationsprogramme sichtbar gemacht.

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