Das Währungsdilemma

Es gibt zwei Ansichten über die beiden vorherrschenden Währungen: der Dollar ist überbewertet und der Yen braucht eine kräftige Abwertung. Diese Ansicht impliziert eine Aufwertung des Euro. Aber könnte der Euro mit solch einem Schock umgehen, und was würde den Vereinigten Staaten geschehen, wenn das passieren würde?

Jetzt, wo die Erholung der amerikanischen Wirtschaft auf den Weg gebracht ist - und sie erholt sich von einer Krise, nicht von einer Rezession - wird das Leistungsbilanzdefizit noch größer werden, und dann wird es nicht lange dauern, bis es wieder Mode ist, über die Unhaltbarkeit des starken Dollars zu sprechen. Aber allein die Tatsache, dass der US-Aufschwung größer und besser ist und schneller kommt, als irgendwo anders - Europa wird weiterhin von Wachstumskrämpfen geplagt und die japanische "kabuki"-Wirtschaftspolitik führt nirgendwo hin - wird den Dollar stützen und sogar stärken.

Alle, die vorausgesagt hatten, das amerikanische "Kartenhaus" würde einstürzen (und gedacht hatten, der Zusammenbruch von Enron sei ein Anzeichen dafür, dass sie recht behielten), sind jetzt bestimmt vollkommen ratlos. Ein Einbrechen des Dollar ist nicht in Sicht. Finanzstabilität, starke Produktivität, Flexibilität und Dynamik machen die USA zu einem bevorzugten Standort für Kapital, und dieser Kapitalzufluss finanziert Amerikas große Leistungsbilanzdefizite. Dies wird solange so bleiben, bis am Ende des Regenbogens das Investitionsklima in Japan oder Europa im Vergleich zu den USA besser abschneidet. Wir sollten bis dahin nicht den Atem anhalten, wir sollten nicht solange warten, bis der Euro bei $1,20 steht und den sogenannten "Gleichgewichtskurs" erreicht hat.

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