Die Herausforderung von Balakot

Mit einer Gruppe von Dozenten, Mitarbeitern und Studenten meiner Universität in Islamabad bin ich nach Balakot gereist, in die Nähe des Erdbebenzentrums in Kaschmir. Die bergige Stadt an den Ufern des Flusses Kunhar ist zerstört. Überall ist Schutt und der stechende Geruch verwesender Leichen. Die Ratten haben es gut; eine, auf die ich versehentlich trat, war schon dick und rund. Wenn es einen Plan geben sollte, den Betonschutt in und um die Stadt herum aufzuräumen, scheint niemand davon zu wissen. Doch die Einwohner Balakots nehmen es gelassen – überall sieht man Nasenmasken.

Aber es gibt eine gute Nachricht. Wir waren nur eine von zahllosen Gruppen einfacher Bürger, die sich in Bewegung gesetzt hatten, nachdem das ungeheure Ausmaß des Erdbebens deutlich geworden war. Die Straße von Mansehra nach Balakot, die endlich von einem Heer von Bulldozern frei geräumt wurde, ist jetzt von Hilfs-LKW gesäumt, die bis zum Bersten mit Versorgungsgütern gefüllt sind, welche von Menschen aus dem ganzen Land gespendet wurden. Dies ist einer der seltenen Augenblicke, in denen ich beobachten konnte, dass die Menschen in Pakistan sich als eine Nation fühlen und zusammenrücken. Selbst die bewaffneten Banditen, die den Hilfskonvois auflauern und es notwendig machen, dass alle paar hundert Meter Armee-Wachposten mit Schnellfeuerwaffen stehen, können diesen Moment nicht zerstören.

Islamische Gruppen aus dem ganzen Land sind ebenfalls angekommen. Einige bringen Hilfsgüter, andere halten einfach Ansprachen an jene, die geliebte Menschen und ihre Lebensgrundlage verloren haben, und predigen ihnen, dass ihre Missetaten diese Katastrophe herbeigeführt hätten. Keiner scheint eine Erklärung dafür zu haben, warum Gottes Zorn sich direkt gegen Moscheen, Madrassas und Schulen richtete – die allesamt in großer Anzahl einstürzten. Keiner sagt, warum Tausende von Gläubigen in diesem heiligen Fastenmonat lebendig begraben wurden.

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