0

Der Bush-Reinfall?

CAMBRIDGE: Amerikas lang anhaltender Aufschwung steht auf dem Spiel. Anzeichen einer drohenden Konjunkturabschwächung, sogar einer Rezession, sind reichlich vorhanden. Diese dunklen Wolken ziehen mit dem verspätet stattfindenden Übergang von der Clinton- zur Bush-Administration auf.

Die Qualität der Wirtschaftspolitik im ersten Jahr der neuen Administration wird den Kurs für viele Jahre bestimmen. Wenn der gewählte Präsident Bush davon spricht, mit gewaltigen Steuersenkungen die Wirtschaft in Schwung zu halten, wird es Zeit, sich Sorgen zu machen. Umfassende Steuersenkungen sind eine kurzfristige „Lösung“, die langfristigen und ernsthaften Schaden anrichten könnte.

Rapides Wachstum und massives Anwachsen des Aktienvermögens werden heutzutage von vielen Amerikanern fast für ein Grundrecht gehalten. Sie können sich nicht vorstellen, dass sich die Konjunktur der US-Wirtschaft abschwächt oder die Aktienkurse fallen und niedrig bleiben. Sie haben zu viele faule Analysen über die New Economy gelesen, die unbegrenzten Reichtum und Vollbeschäftigung für alle Zeiten versprachen.

Das Problem bei diesen Prophezeiungen über die New Economy besteht darin, dass ein Körnchen Wahrheit mit ungeheuren Übertreibungen vermengt wird. Ja, die New Economy sorgt für große Zuwächse in der US-Produktivität; nein, die New Economy bereitete wirtschaftlichen Abschwüngen oder Rezessionen kein Ende. Noch weniger garantiert sie, dass Unternehmen ihre Aktienkurse auf ein Mehrhundertfaches ihres jährlichen Gewinns gesetzt haben sollten.