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Der Kampf um die Ukraine

Die alten Grundsätze gelten: Standhaftigkeit lohnt sich, Entschlossenheit verleiht Durchhaltevermögen. Wir, die wir um den Fortbestand unserer Demokratie in der Ukraine kämpfen, glauben daran. Mehr als je zuvor müssen wir jetzt daran glauben, denn russische Truppen in ukrainischen Uniformen sind in unser Land eingedrungen, weil sich ukrainische Soldaten weigern, Befehle auszuführen, durch die jene Demonstranten vernichtet werden sollen, die unsere Demokratie verteidigen. Wir werden die Solidarität unserer Nachbarn und der friedliebenden Völker auf der ganzen Welt benötigen, um sicherzustellen, dass unsere Träume von der Demokratie in Frieden verwirklicht werden können.

Wir haben diesen Kampf zur Sicherung des Sieges von Viktor Juschtschenko, dem wahren Sieger der ukrainischen Präsidentenwahlen vom letzten Sonntag, nicht gesucht. Aber nachdem uns dieses Ringen um unsere Freiheit aufgezwungen wurde, wird es uns weder an Mut noch an Entschlossenheit fehlen.

Die vor uns liegenden Tage und Nächte werden nicht einfach und die geheime Präsenz der russischen Truppen werden sie umso gefährlicher machen. Die Kräfte hinter Ministerpräsident Viktor Janukowitsch haben törichterweise Stimmzettel gefälscht und die Wahlkommission des Landes bis zu einem absurden Ausmaß eingeschüchtert. Anschließend versuchten sie, die ukrainische Bevölkerung dazu zu bringen, diesen Betrug hinzunehmen. Man drohte, öffentliche Ansammlungen zu verbieten, die Grenzen für neue Visumantragsteller zu schließen und jedes Wort des Protestes im Fernsehen zu verbieten.

Immer mehr Mitglieder einer Regierungsmaschinerie, die dachte, sie könne den Menschen in der Ukraine einen betrügerischen Wahlgang verkaufen, scheuen sich, diese Entscheidung mit Gewalt durchzusetzen. Mitglieder der Armee, der Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter schrecken davor zurück, nach der Pfeife der Janukowitsch-Clique zu tanzen. Einer derart wankelmütigen Führungselite traut man nicht zu, von jetzt an beständig zu sein.